Daltonplan-Pädagogik (modifizierte Form)

In Bezug auf ein Fachgebiet und den Lehrplan wählt der Lehrer („Lernbegleiter“) Themen aus. Diese Themenauswahl wird in kleinere überschaubare Stoff-Portionen unterteilt. Zu Beginn bekommt jeder Schüler eine Broschüre („Studieranleitung“), die eine strukturierte Beschäftigung mit den Themen ermöglicht. In dieser Broschüre werden die Themen benannt und kurz eingeführt („Advance Organizer“). Dazu werden Lernaufgaben („Lernjobs“) formuliert und die entsprechenden Lernmaterialien bzw. Lernmedien angegeben. Mit Hilfe dieser Studieranleitung können sich dann die Schüler auf ein Plakat eintragen, womit der Ablauf organisiert wird. Maximal fünf Schüler ordnen sich einem Thema zu. Bei einer Klasse von 30 Schülern ergeben sich also maximal sechs Themen. Die Schüler verteilen sich auf die verschieden Räumlichkeiten und bearbeiten mit der Studieranleitung die Themen. Innerhalb von sechs Wochen muss jeder Schüler alle Themen durchlaufen haben. Für die Bearbeitung eines Themas stehen in der Regel 90 Minuten zur Verfügung. Die Sozialform wie Einzelarbeit oder Partnerarbeit wird je nach Aufgabe als Empfehlung angegeben, wobei für die Ergebnissicherung jeder Schüler für sich verantwortlich ist. Am Ende der Lernzeit treffen sich in den letzten 15 Minuten jene Schüler, die sich mit den gleichen Lernjobs auseinandergesetzt haben („Conferencing“). Die Ergebnisse und Lernerfahrungen werden ausgewertet, verglichen, besprochen und ergänzt. Zudem sammelt der Lehrer („Lernbegleiter“) am Ende einer Lernphase die Ergebnisse ein und überprüft sie auf die inhaltliche Qualität.

Begriffsklärung:

Advance Organizer – wörtlich: Vorausorganisator. Der Advance Organizer versteht sich als Orientierungshilfe, als Vorspann, der das Denken organisieren hilft. Die Elemente des Advance Organizer sind kurze Texte, Schlüsselbegriffe, Problemstellungen, Bilder und Grafiken. Die Schüler bekommen so die Möglichkeit, Vorwissen zu aktivieren, um den Lernstoff möglichst effizient zu bearbeiten.

Die Lernjobs in Form von Lernaufgaben fordern auf, sich mit den Themen aktiv auseinanderzusetzen, Vorwissen mit neuen Informationen zu verknüpfen, Komplexität „auf den Punkt zu bringen“ und neue Sinnzusammenhänge kreativ zu gestalten.

Lernbegleiter: Der Lehrer unterrichtet nicht mehr im herkömmlichen Sinne. Er übernimmt eher die Rolle eines Lernbegleiters bzw. Lernberaters. Als Lernbegleiter sieht er die Herausforderung, erfolgswirksame Lernarrangements zu entwickeln, zu gestalten und zu überprüfen sowie Lernprozesse anzuregen und zu begleiten. Denn: Die Schüler sollen Experten für das eigene Lernen werden und lernen, für das Lernen selbst verantwortlich zu sein. Die Grundvoraussetzung für die Fähigkeit zum lebenslangen Lernen.